Privat-Schule für mein Kind? Die freie christliche Bekenntnisschule und eine Absage an die Aufklärung

Wir schauen uns auch Privat-Schulen für unsere Tochter an. Das politische Chaos, die Unglaubwürdigkeit in Sachen Bildungspolitik und die teils schlimmen Zuständen an den Schulen stimmen uns Eltern verdrießlich und lässt uns nach Alternativen Ausschau halten. Wir haben zwar noch gut vier Jahre Zeit, bis unsere Tochter zur Schule kommt, doch wir wollen langfristig planen und uns rechtzeitig orientieren. Vielleicht sind Privatschulen eine Alternative. Sie kosten nicht die Welt, weniger als aktuell der Kindergarten und haben auch Erfolge vorzuweisen. Letzte Woche waren wir beim Tag der offenen Tür in einer christlichen Privatschule, der August-Hermann-Francke-Schule, einer sogenannten „freien christlichen Bekenntnisschule“ in Hamburg-Bahrenfeld.

Schulklasse 1965

Wir schauen uns auch Privat-Schulen für unsere Tochter an. Das politische Chaos, die Unglaubwürdigkeit in Sachen Bildungspolitik und die teils schlimmen Zuständen an den Schulen stimmen uns Eltern verdrießlich und lässt uns nach Alternativen Ausschau halten. Wir haben zwar noch gut vier Jahre Zeit, bis unsere Tochter zur Schule kommt, doch wir wollen langfristig planen und uns rechtzeitig orientieren. Vielleicht sind Privatschulen eine Alternative. Sie kosten nicht die Welt, weniger als aktuell der Kindergarten und haben auch Erfolge vorzuweisen. Anfang des Jahres waren wir beim Tag der offenen Tür in einer christlichen Privatschule, der August-Hermann-Francke-Schule, einer sogenannten „freien christlichen Bekenntnisschule“ in Hamburg-Bahrenfeld.

Es war ganz nett, eine kleine Schule in einer ruhigen Einzelhaus-Siedlung, schnuckelige Klassenzimmer – die Schule geht bis einschließlich der 6. Klasse – und ein ganz offensichtlich engagiertes Lehrer-Kollegium. Nichts Außergewöhnliches zunächst, auch dass es neben einem Mann ausschließlich Lehrerinnen gibt, ist einigermaßen „normal“. Wie das so ist bei solchen Veranstaltungen, beweihräuchert man sich selbst, in diesem Fall Schuldirektorin Angela Hoefs. Es ist in Ordnung, die Schüler dieser Einrichtung, die später aufs Gymnasium gehen, schneiden stets gut ab und sind an den weiterführenden Schulen gern gesehen. An dieser Stelle gibt es also viel Lob für diesen Ort christlicher … Bildung.

Ich gebe zu, ich war ganz angetan und stelle einige Fragen. Nach der Besichtigung des Sportraumes – der nicht so gut belüftet schien – fiel mir dann doch noch eine Frage ein, die ich der Direktorin stellen konnte. Wer denn der Träger sei, da es sich ja um eine „Freie Bekenntnisschule“ handelt und einige Freikirchen nicht koscher und mit Vorsicht zu genießen wären. Ist ja eine Namensverwandtschaft. Ja, nein, man sei Unabhängig, keiner Kirche angeschlossen, es gäbe aber ein Gremium das von allen christlichen Vertretern… Moment, fiel es mir ein, und wie ist das mit der Evolution im Biologie-Unterricht, sie wissen schon?! Ja, ihren Schülern würden sowohl Evolutionstheorie und die christliche Schöpfungsgeschichte gleichberechtigt im Unterricht vorgestellt, allerdings nur in den höheren Klassen. Ich fühlte mich bemüßigt zu bemerken, dass die Evolutionstheorie ja keine „Theorie“ im eigentlich Sinne wäre und die Bibel im Biologie-Unterricht gar nichts zu suchen hätte. Ja, würde man anderes sehen, da die Bibel etwas anderes berichte und dazu bekenne man sich. Im Übrigen handelt es sich bei der Evolutionstheorie sehr wohl um eine Theorie, wie ein junger Jesus-Freak neben mir fleissig gejahte, das hätten auch Physiker bestätigt. Physiker? Wieso Physiker? Und die Genetik, Archäologie, die Medizin? Fragen sie doch mal einen Mediziner, der kann Ihnen sagen, woher welcher Knochen stammt und wir nachweisen können, das schon Fische im Urmehr dieselben Knochen hatten, z. B. die Ohrmuschel …

Ja, natürlich kennt man auch Mediziner, die diese Therorie bestreiten. Was? Das kann doch nicht sein? Es besteht doch überhaupt kein Zweifel! Damit hatte ich nicht gerechnet und war ziemlich perplex. Das ist aber ein großes Minus für Ihre Schule sagte ich und blickte in „wissende“ Augen. Meine Frau meinte, ich solle mich da nicht so reinsteigern und fürchtete eine ausufernde Diskussion, da ich wirklich erschüttert war von der Negierung der Evolution, die meiner Tochter beigebracht werden sollte.

Wenn schon Geschichtsleugner, die an der Tatsache der Evolution zweifeln, nichts über Biologie wissen, was soll man denn erst über diejenigen sagen, die meinen, die Welt sei vor weniger als 10.000 Jahren entstanden? Sie sind nicht nur unwissend, sondern sie unterliegen einer Täuschung, die schon fast an Perversion grenzt. Sie leugnen nicht nur die Tatsachen der Biologie, sondern auch die der Physik, Geologie, Kosmologie, Archäologie, Geschichtsforschung und Chemie.
Richard Dawkins

Natürlich gibt es Naturwissenschaftler, studierte und kluge Leute, die sich um Tatsachen und Realität einen Kehricht scheren. Mit ihnen stimmt auf anderer Ebene etwas nicht, IN ihnen, in ihrer Psyche. Vielleicht ein Defekt aus der Kindheit und ein genetisches Übel. Wenn du nun mal etwas glauben WILLST, dann kann ich auch Vernunft, Einsicht, Wissenschaft nicht davor schützen. So ist es also eine Entscheidung, dagegen zu sein. Wogegen eigentlich? Gegen das Leben mit all seinen Zweifeln, Unsicherheiten, schmerzlichen Wahrheiten, Brüchen und krummen Wegen, auf die man sich keinen Reim machen kannn. Das aber halten diese Leute nicht aus und zücken die Bibel.

Urwesen im kambrischen Meer vor 500 Millionen Jahren: AnomalocarisUrwesen im kambrischen Meer vor 500 Millionen Jahren: Anomalocaris

Ob es die Evolution gibt oder nicht, ist nicht zu diskutieren. Sie ist längst von Biologie, Genetik, Physik (und Chemie), Medizin, Archäologie, Antropologie und Psychologie und ihren Mischdisziplinen unzweifelhaft nachgewiesen. Hier braucht man nichts „glauben“. Um sie zu leugnen muss man „glauben“, bzw. sich bewußt dazu entscheiden, sie NICHT zu glauben, was natürlich einer Verweigerungshaltung gleichkommt, eine Ablehnung der Realität und das ist nicht nachvollziehbar. Vor allem weil ein Gottesglaube nicht in Konflikt steht mit der sogenannten „Evolutionstheorie“, wie Buddhisten, Katholiken, einige Protestanten und andere Religionsgemeinschaften wissen. Und man weiß auch längst, dass man die Bibel nicht WORTWÖRLICH nehmen kann. Auch dies ist in der Theologie unbestritten, wird auch hier lediglich von ein paar Querulanten anders gesehen.

Was aber hat die biblische Schöpfungsgeschichte und Adam und Eva, in einem Biologie-Unterricht verloren?

Man kann nur GEGEN die Evolution sein, wenn man bestimmte Aspekte der Realität verdrängt, ausklammert, ignoriert. Man kann zwar GEGEN die Realität sein, das kratzt die Realität aber nicht. Wenn man allerdings mit aller Macht – und allen pseudowissenschaftlichen und pseudoreligiösen Argumenten – dagegen an geht, wird es kritisch. Das muss man sich fragen, welche Motivation dahinter steht, welche Charaktere, was diese Leute in ihrer Kindheit erfahren haben und warum sie Teile davon bisher nicht verlassen durften. Was bringt einen dazu, dem Offensichtlichen und dem gesunden Menschenverstand zu widersprechen? Was veranlasst einen gebildeten Menschen in einem hoch entwickelten Industrieland im Jahre 2012 dazu die Bibel wortwörtlich zu nehmen? Und wie kann man so etwas in einer Schule lehren?

Die Schöpfungsgeschichte der Bibel gehört in den Religionsunterricht – und auf keinen Fall in die Biologie-Stunde. Man kann sie in einer Projektwoche diskutieren, in Menschenkunde oder in Philosophie. Denn es handelt sich hier um einen Mythos, eine Geschichte, die von Bildern lebt und nicht von der wortwörtlichen Bedeutung.

Dabei gibt es wunderbare, geradezu poetische Ansätze, die biblische Schöpfungsgeschichte zu interpretieren. Denn sie steht NICHT im Gegensatz zur Evoultionstheorie, die als Tatsache gilt und so zu begreifen ist. Es sind zwei unterschiedliche Ebenen. So könnte die Entwicklung der Frontallappen der Großhirnrinde im menschlichen Gehirn mit der Erkenntnis von Gut und Böse korrelieren (übereinstimmen). Andere Forscher finden, dass wir das biblische Bild der Vertreibung aus dem Paradies in dem Beginn der Sesshaftwerdung des Menschen vor 10.000 Jahren wiederfinden. In dem Moment, als der Mensch Ackerbau und Viehzucht kultivierte, verlor er seine Unschuld und wurde für seine Neugier „bestraft“.

Die Kreationisten – siehe Kreationismus – wissen meist nicht sehr viel. Wir kennen diese Spezies. Entweder es ist komplette Hirnwichserei, wo kaum einer ein Wort versteht. Oder es ist flachköpfig, einseitig und isoliert. Sie wissen weder, dass Darwin ein gläubiger Christ war, noch das die katholische und anglikanische Kirche – so wie der tibetische Buddhismus beispielsweise – die Evolution anerkennt. Das geht ja auch gar nicht anders.

Die Menschen, die die Bibel niederschrieben verfügten nicht über unsere Erkenntnisse … und unsere geschichtliche Erfahrung. Demnach muss vor 3000 Jahre etwas anderes als wahr gegolten haben, als heute. Das heißt aber nicht, dass ALLE heutigen Wahrheiten dereinst nicht mehr gelten werden. Die Erde wird weiterhin um die Sonne kreisen, was eine bewiesene Theorie ist. Das heliozentrische Weltbild, auch kopernikanisches Weltbild genannt, basiert auf der Annahme, dass sich die Planeten um die Sonne bewegen.. Für uns eine Tatsache und Wahrheit, obwohl eine Theorie. Die Belege für die Theorie sind genauso erdrückend und eindeutig, wie für die Evolution. Gleiches gilt für den Holocaust. Doch für sehr viele geschichtliche und wissenschaftliche Tatsachen, finden sich Leugner. Ich behaupte, dass diese Leute Lügner sind, dass sie lügen – ob wissentlich oder nicht. Und das bedeutet, dass die Gläubigen, die die Bibel wortwörtlich nehmen und die Evolution in Abrede stellen – und schlimmer noch: sie auf eine Ebene mit der Schöpfungsgeschichte der Bibel stellen – und Kinder in entsprechender Weise unterrichten, lügen.

Unser Vorfahre Homo ErectusUnser Vorfahre Homo Erectus

Das Hauptproblem bei dieser Art Verleugnung von Realität ist der Einfluss auf Heranwachsende und also auf meine Tochter. So weit kommt es noch, dass sie GEGEN die Evolution geimpft wird und wie uns dann beim Essenstisch miteinander streiten müssen. Ich bin bei diesen Themen sehr, sehr empfindlich und GLAUBE, dass die Kreatonisten eine Geißel der Menschheit sind. Auf ihr Konto geht eine ungeheuerliches Zerstörungswerk. Sie nehmen die Bibel wörtlich und machen sich die Erde – und alle Lebewesen darin – zu Untertanen. Jedes Lebewesen will aber zunächst FREI sein und nicht in einem Irrglauben gefangen wiederfinden.

Es wird Dinge gegen, über die ich mich mit meiner Tochter streiten werde. Das wird nicht ausbleiben. Aber ich werde mit ihr nicht über Schöpfungsgeschichte der Bibel versus Evolutionstheorie streiten. Als hätte es die Aufklärung nie gegeben! Als wäre all das Blut für Freiheit, Säkularisierung, Bürgerrechte und freie Wissenschaft umsonst geflossen, die unendlichen Opfer – die auch die Kirchen und der Glaube zu verantworten haben – sinnlos. Die Freiheit muss immer neu verteidigt werden. Ob gegen Gotteskrieger oder angeblich harmlose freikirchliche Sekten und Kreatinisten. Die Aufklärung scheint aber noch nicht abgeschlossen, wie wohl Kant damals von einem „Zeitalter der Aufklärung“ sprach. Wenn wir uns die islamische Welt anschauen und Teile der Christenheit, dann könnte man heulen. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Die Würde des Lebens und aller Lebewesen ebenfalls. Sie sind nicht vor rund 7000 Jahren von Jehowa innerhalb von 7 Tagen samt Welt geschaffen worden. Sie haben sich langsam entwickelt … und sind alle miteinander verbunden, sind alle Teil des einen Lebens. Ideologie ist stur und starr und gegen das Leben und seine Entwicklung. Wir werden voranschreiten und die unverbesserlichen Christen und rückständigen Muslime hinter uns lassen. Ihre Enkel werden irgendwann verstehen.

Dieses Zeug hat im Biologie-Unterricht nichts, aber auch gar nichts verloren:

4.2 Beispiel: Schöpfung und Evolution
Die Bibel informiert über den Urheber der Schöpfung und der Schöpfungsgesetze, sie führt die Entstehung und den Bestand der Welt und des Lebens auf die persönliche Entscheidung des ewigen Gottes zurück. Die Evolutionstheorie bemüht sich, den Ursprung der Welt ohne einen personalen Schöpfer zu erklären. Sie führt die „Selbstentstehung des Lebens“ auf einfache, durch Zufall hervorgerufene, chemische Reaktionen über sehr lange Zeiträume zurück. Beide Modelle können ihre Vorstellungen über die Wirkungszusammenhänge im naturwissenschaftlichen Sinne weder beweisen noch widerlegen, weil sich die Deutung der beobachteten Erscheinungen dem wissenschaftlichen Zugriff entzieht. Der Wunsch nach menschlicher Autonomie, im Sinne einer Abschaffung der Verantwortung vor Gott, ist u. E. eine wesentliche Ursache des Evolutionsgedankens. Der Darwinismus kann seinen Anspruch der Welterklärung ohne Schöpfung nur unter den eigenen Voraussetzungen durchhalten. Die biblischen Aussagen über die Welt- und Lebensentstehurg sind weder widerlegt, noch stehen sie im Widerspruch zu gesicherten Erkenntnissen. Wir lehren das Evolutionskonzept und das Schöpfungskonzept mit ihren Hintergründen, wir bekennen uns zum biblischen Schöpfungsbericht. Wir verfolgen mit Interesse die aktuelle Auseinandersetzung der Fachleute auf diesem Gebiet.

Eine glatte Lüge, die man von den zuständigen Kultus- und Schulbehörden mal einer Prüfung unterziehen sollte. Sie lesen ganz sicher keine wissenschaftlichen Publikationen zum Thema Evolution und können somit auch keine Auseinandersetzung verfolgen. Eine Auseinandersetzung, die ja gar nicht stattfindet. Weder setzen sich die Kreatonisten, die Geschichtsleugner, mit der Entwicklung des Lebens auseinander, noch fühlen sich Wissenschaftler aufgerufen, sich mit der Schöpfungsgeschichte als reale Begebenheit auseinanderzusetzen. Und was man mit Sicherheit sagen kann: Unter Kreatonisten gibt es keine „Fachleute“ für Evolution. Sonst wäre die Sache nämlich längst erledigt. Nur, weil einer einen Doktortitel trägt, ist er nicht vor Verblendung und psychischen Störungen gefeit. Wenn er sonst keine Bestätigung erhält, seine Bedeutung als „Wissenschaftler“ nicht gewürdigt sieht, steigert er sich eben in einen Glaubenswahn hinein. Nein, die Seite der Schöpfungslügner setzen sich nicht auseinander.

Auch der nächste Absatz ist haarsträubend und zeigt, mit wem man es zu tun hat:

4.3 Beispiel: Geschlechtererziehung
Nirgendwo sonst zeigt sich die Erziehung im Namen der Eltern deutlicher als in der Geschlechtererziehung. Dieser Bereich ist die originäre Aufgabe beider Elternteile, die Schule aber ist gern bereit, Jungen und Mädchen über alle Besonderheiten ihrer Geschlechtlichkeit behutsam, schrittweise und rechtzeitig durch den Lehrer als Vertrauensperson zu informieren. Der Schwerpunkt liegt auf den im praktischen Leben zu bewältigenden Situationen und Pubertätsproblemen und der Vorbereitung auf die Sexualität in der Ehe. Eine Aufforderung zum freien Gebrauch der Sexualität, verbunden mit technischer Sexualkunde, findet nicht statt. Der Klassenlehrer gibt zugleich persönlichen Rat und leistet seelsorgliche Hilfe bei Schwierigkeiten.

Quelle: AHFS Hamburg Grundlagen und Konzepte – Erziehungskonzept

Das alles kann man als engagierter, neugieriger, freier und lebendiger Mensch nicht so stehen lassen. Da man mit diesen Leuten, wie eigentlich mit allen Ideologen und religiösen „Fanatikern“, nicht reden, nicht wirklich fruchtbar diskutieren kann und keinerlei Argumente helfen, habe ich mir vor Schreck ein Buch gekauft. Um ein paar gute Argumente gegen die Lüge zu haben. Die Schöpfungslüge: Warum Darwin recht hat. Es geht „um den Kampf gegen diese Erscheinungsformen von Unwissenheit und Vorurteil, die Sie zum Heulen bringen könnten, wenn Sie nicht zu sehr mit ihrer Bekämpfung beschäftigt wären.“ Ein brillantes Buch über das Leben auf dieser Erde.

Er behauptet dort etwa, dass in den USA ca. 40% der Bevölkerung die Evolution anzweifeln. Noch mehr in der arabischen und islamischen Welt. In Europa dürften es je nach Land ungefähr ein Drittel sein. Beängstigend.

Für mich sind das keine harmlosen Irren. Sondern gefährliche Volksverdummer. Die demokratische Menscheit hat sich unter größten Opfern, unter unsäglich viel Leid und Elend aus Unwissenheit und Finsternis, Unterdrückung und Verdummung rausgearbeitet. Unsere Freiheit ist nicht vom Himmel gefallen, unser Wissen auch nicht, gar nichts ist vom Himmel gefallen. Und jetzt wollen diese Leute all das für null und nichtig erklären, unsere Opfer verhöhnen und uns zurückführen in eine vordarwinistische Zeit der Unwissenheit, Enge und am Ende Brutalität. Niemals. Wehret den Anfängen.

Titelbild: gemeinde.niederhelfenschwil, Homo Erectus: Sarah Pilliard, Urwesen 55Laney69

Autor: Papalapapi

Meine Tochter kam im Mai 2009 gesund und munter zur Welt. Sie ist der süßeste Goldschatz, den es gibt. Mich beschäftigt das gesellschaftliche und persönliche Thema der Vaterschaft und der Familie. Ich selbst bin Spätgebärender ...

19 Gedanken zu „Privat-Schule für mein Kind? Die freie christliche Bekenntnisschule und eine Absage an die Aufklärung“

  1. Ich bin platt. Gerade gestern unterhielt ich mich mit meinem Kind über Ähnliches und erzählt ihm von den Kreationisten. Er war völlig perplex darüber, dass diese Meinung von jemandem vertreten werden kann, wenn man sich doch gleichzeitig überall darüber informieren kann, was der Stand in Wissenschaft & Forschung wirklich ist. Dabei war mir nicht klar, das es auch hier in DE Schulen gibt, die diese Lehre (oder einen ähnlichen Ansatz) verbreiten dürfen/ können. Ich kann jedes Wort hier unterschreiben! viele Grüße, claudia

  2. Liebe Claudia,

    wollte mich gerade in dieser Kreationisten-Bude bewerben! Danke für diese Zeilen!
    Bin Chemiker, die Sonne ist ca 4 Milliarden Jahre alt, und Darwin hat Recht Basta!!

  3. Auf der Homepage der Schule steht folgender Satz: „Eine freie christliche Bekenntnisschule wie die August-Hermann-Francke-Schule (AHFS) ist die freie Schule christlicher Eltern. Eltern und Schule sind weder kirchlich noch “christlich” im weitläufigen Sinne, sondern christliche Eltern vertrauen der Bibel mehr als den “theologischen” Kritikern der Bibel. “
    Naja, Sie als Verfasser dieses Beitrags scheinen weder ein Christ, noch Vertrauen in die Bibel zu haben. Dann stellt sich für mich die Frage: warum wollen Sie Ihre Tochter unbedingt auf diese Schule schicken? Oder haben Sie vorher die Satzung der Schule nicht gelesen? Oder regen Sie sich einfach gerne über Themen auf, die Sie nicht direkt betreffen?
    Sie können gerne selbst Ihre Tochter zur freien Anwendung ihrer Sexualität anleiten oder zur professionellen Anleitung in diese Richtung auf eine Schule schicken, die Ihnen gefällt. Aber lassen Sie andere Menschen ihre Kinder erziehen, wie es denen gefällt. Wenn man Andersdenkende als Fanatiker bezeichnet, könnte es gut sein, dass man selbst als einer wahrgenommen wird. Einen Fanatiker zeichnet nämlich in erster Linie ein Mangel an Toleranz aus.

    1. Fanatiker, Fundamentalisten, „bibeltreue Christen“ sind mir ein Greul. Ich kann den einzelnen Menschen tolerien, in diesem Fall zutiefst bedauern. Aber die Institutionen kann ich nicht so einfach tolerieren. Die Schule wird mit öffentlichen Geldern finanziert und indoktriniert die Kindern mit blankem Unsinn.

      Wir haben uns die Schule ganz spontan und ganz unschuldig angeschaut. Bis mir am Ende klar wurde, an wes geistig Kinder wir hier geraten waren. Diese rückständige Art von Religion halte ich für gefährlich. Die Menschheit sollte die aktuellen Religionen überwindern um zu Wissen und Frieden zu finden. Dafür stehe ich ein. Die Christen, die ich hier kennenlernte, isolieren sich selbst, können nicht gut gebildet sein und … behindern ihre Kinder. Das spreche ich an und aus. Dagegen agiere ich.

      Ihr Meinung dürfen Sie haben. Aber nicht meine Tochter. Und, wie ich meine, auch keine Schulen, die mit öffentlichen Geldern gefördert werden (müssen). Ein Skandal. In Zeiten des Islamismus müssen wir auch auf unsere eigenen dunklen, langen Schatten achten, die Christen Ihrer Couleur in der Gesellschaft schlagen.

  4. Ich habe sehr aufmerksam die Zeilen gelesen und da ich selbst drüber nachdachte mich in dieser genannten Schule zu bewerben hat es mich veranlasst darüber nachzudenken, was wir wie den Kindern mitgeben können.

    Zum Thema Evolution und auch weiteres gibt DVDs von Prof. Dr. Werner Gitt, der meines Erachtens weder einen psychischen schaden hat, oder vielleicht schon davon geheilt ist-
    Die DVD „Jesus Herr über Raum und Zeit“ oder seine Filme über Evolution zeugen von Kenntnissen auf dem Gebiet der Wissenschaft und seiner Erfahrung mit Gott und Jesus Christus.

    Die Filme sind ein muss für jeden, egal welcher Konfession oder auch Atheist!

    Dass Sie entscheiden müssen wo Ihre Tochter die Bildung erhält kann ich verstehen und veranlasst mich noch einmal darüber nachzusinnen!

    Als gelernte Erzieherin weiß ich was in Einrichtungen so los ist und als ehemalige Gymnasiastin schau ich nun ganz anders auf die Schulen und das was möglich ist!

    Freiheit ist ein guter Grundgedanke, fragt sich nur worauf es sich bezieht, Gott können wir nicht entfliehen,doch welchen Plan Gott für uns hat,das weiß nur derjenige persönlich wenn er Gott sucht und ihn danach fragt!

    Damals hatte ich keine Ahnung in den Schulfächern,warum man das lernt – das fächerübergreifende ist in meiner Erfahrung sinnvoll,also es fehlt halt der Bezug und irgendwann kommen wir mit unserem dreidimensionalen Gehirn nicht mehr weiter,vor allem nicht in Andere Dimensionen. Auf die Planeten können wir natürlich reisen ,wenn möglich!

    Wir Menschen wären alle am liebsten Gott, um alles zu kontrollieren,doch das ist in der Geschichte gründlich daneben gegangen. Mir hilft dabei anzuerkennen,dass wissen gut ist, doch mein Wissen begrenzt ist. Was nicht begrenzt ist,ist das ewige Leben durch mein Bekenntnis zu Christus!

    Herzlich S. Korn

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar, Sabine.
      Ich teile deinen Meinung und deinen Glauben leider nicht. So etwas wie Gott existiert sehr wahrscheinlich nicht und es ist auch nicht so wichtig. Wichtig allein ist, wie wir Menschen miteinander umgehen. Glauben trennt. Und gehört nicht in die Schule, er ist Privatsache.

      Ich persönlich bedaure die Verwirrung und die Vernichtung, die der chrisliche Glaube in die Welt gebracht hat und werde weiter für Aufklärung und Freizügigkeit arbeiten.

  5. Als Sie diese Schule besichtigten, falls Sie das tatsächlich getan haben, wussten Sie doch schon vorher, dass Sie deren Lehr- und Glaubensinhalte ablehnen. Wieso sind Sie also hingegangen? Um hier einen Verriß abliefern zu können? Wie gesagt, ich habe Zweifel, ob Sie überhaupt dort waren.

    1. Nein, das wusste ich nicht, was das bedeutet. Ich kann nicht in Extremen denken, ich kam im Traum nicht auf die Idee, dass man die Schöpfungsgeschichte der Bibel (die man offenbar wortwörtlich nimmt, was man „fundamentalistisch“ nennen muss) mit der Evolutions-Lehre im Unterrcht gleichsetzt. Und das mit unserem Steuergeld, denn auch die privaten Schulen bekommen vom Staat Geld. Ich finde das ungeheuerlich und einen Skandal. Solche Gedanken haben in Schulen nichts zu suchen, denn das ist Ideologisierung von Anfang an.

      Und natürlich war ich da.

      Ich bezweifle, ob sie wirklich existieren oder, wenn sie diesen Glaubenslehren folgen, noch ganz bei Trost sind.

  6. Ich bin verblüfft, welche Hasstiraden Sie hier veranstalten. Ihr wissenschaftliches Weltbild ist von vorgestern; durchdrungen von einem antichristliche und ignoranten Materialismus, den heute kein ernsthaft denkender und forschender Wissenschaftler mehr anheimfallen würde. Selbstverständlich ist die Evolutionslehre nicht mehr als eine lückenhafte Theorie; ebenso wie die Schöpfungslehre sicher nicht beweisbar ist. Glücklicherweise haben die Amerikaner, die in dieser Frage weiter sind als wir Deutsche, den Kreationismus schon seit Jahren als ernstzunehmende Alternative in ihren Bildungsplänen verankert. Aber dies nur am Rande, darüber können die Naturwissenschaftler streiten, nicht wir beide. Was veranlasst Sie aber, gegen ein von christlicher Lehre geprägtes Schulkonzept in Bausch und Bogen zu verurteilen anstatt dankbar zu sein, dass es in Zeiten des Werteverfalls (wo man Conchita Wurst gut finden muss) Pädagogen gibt, die noch in der Lage sind, auf Basis des biblisch-christlichen Menschenbildes auf die Persönlichkeitsbildung Ihrer Tochter Einfluss zu nehmen.
    Welche Alternative bieten Sie denn Ihrem Kind? Von welchen Werten sind Sie selbst gepägt? Ich nehme Sie als allein verbohrt und ignorant wahr. Ihre Beiträge lassen eine glaubhafte Alternative vermissen. Wenn Sie nichts als substanzlose Hetze zu verbreiten haben und Ihrer Tochter kein besseres Bildungskonzept anzubieten haben, dann sollten Sie sich schämen und hier schweigen. Dann haben Sie nicht länger verdient, dass man sich mit Ihren haltlosen Themen beschäftigt.

    1. Werteverfall? Bleiben sie in ihrer Kapsel und glauben sie ruhig, der liebe Herrgott hätte sie persönlich gebacken und die, die nicht an ihn glauben, landeten in der Hölle. Das interessiert mich nicht. Machen sie aus ihrem Leben, was sie wollen. Aber lassen sie die Kinder in Ruhe und diese Art von Schulen sollten kein Geld von uns Steuerzahlern bekommen. Da sie das aber tun, kann ich meine Meinung frei dazu äußern. Und das ist ja etwas, was die Christen viele Jahrhunderte lang zu verhindern wussten. Nun sind wir aber darüber hinaus und können selbst ihren hässlichen Gott anzweifeln, ohne dafür auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Ich weiß, dass ist für Sie schwer zu ertragen, aber ich nutze mein Recht sehr, sehr gerne!

  7. Dieser Beitrag ist ziemlich dumm, weil unwissenschaftlich. Evolution ist ein „Allerweltsbegriff“, der völlig aus dem Zusammenhang gerissen natürlich NICHT wissenschaftlich untermauert ist. Bei dem hoch gelobten, weil uns Menschen genetisch so nahen Affen hat in bestimmten Bereichen überhaupt keine Evolution stattgefunden in den letzten x-tausend Jahren, weil sie immer noch auf Bäumen leben und Bananen essen anstatt sich endlich zu anständigen – Gabel und Messer benutzenden – Wesen weiter zu entwickeln.

    Es gibt nahezu beliebig viele Argumente gegen eine verallgemeinerte und undifferenzierte Anwendung der Evolutionstheorie und wüsste Darwin das, was wir heute wissen, hätte er seine Theorie niemals verfasst.

    Gerade der Gedanke der Aufklärung gebietet sich mit Theorien – gerade den pseudowissenschaftlichen – differenziert auseinander zu setzen und die Graustufen verschiedener Weltbilder zu vermitteln.

    Mehr dazu gerne unter:
    Evolution. Ein kritisches Lehrbuch, Weyel Lehrmittelverlag: Gießen, 6. aktualisierte und erw. Aufl. 2006, ISBN 3-921046-10-6

      1. Offensichtlich können Sie inhaltlich nichts entgegnen……mehr Demur stünde Ihnen sehr gut zu Gesicht. Außerdem wieso führen Sie um die Evolutionstheorie eigentlich so einen verborten Glaubenskrieg? Eine Schule ist sehr viel mehr als Evolutionstheorie ja oder nein. Wer sein Kind wegen eines solch nebensächlichen Themas von einer Schule fernhält, hat m.e. ein echtes Problem.

  8. Sorry Papalapapi,

    wenn Sie glauben Sie stammen vom Affen ab, glauben Sie weiter daran.
    Mich hat mein Gott erschaffen und ich bin kein Affe.

    1. Also, ehrlich. Es ist keine Frage des Glaubens, wie der Menschen entstanden ist.

      Es ist aber pure Ignoranz und Negierung von Realität, etwas anderes zu glauben, als die Tatsache der Evolution.

  9. Die Evolutionstheorie ist und bleibt eine Theorie. Kreationisten und Evolutionisten sind Vertreter je einer Weltanschauung und kommen mit unterschiedlichen Axiomen daher. Zu behaupten, der eine oder andere könne irgendwas beweisen, spricht leichtfertig, leichtgläubig und unwissenschaftlich. Denkmodelle haben den Vorteil, dass sie eine Menge erklären, aber keines der Modelle kann alles erklären.
    Ich bin erschreckt über die Ignoranz und Intoleranz der Evolutionisten in diesem Post. Offensichtlich hat sich niemand mit der Gegenposition auch nur Ansatzweise mal auseinander gesetzt. Das ist hochnäsig und beleidigend und zeugt von derselben Ignoranz, die die diese Der Gegenseite vorwerfen. Unabhängig von dieser oder jener Schule und deren Qualität sollte die Tatsache nicht verleugnet werden, dass die Frage, ob es einen Schöpfergott gibt oder nicht, nur als Weltanschauung beantwortet werden kann. Die Evolutionstheorie steht nicht auf wissenschaftlich neutralem Boden. Wer etwas anderes behauptet, ist bestenfalls schlecht informiert.

    1. Es verhält sich also so, wie mit dem Weinachtsmann. Streng wissenschaftlich betrachtet, so zumindest deine „Argumentation“, müsse man auf dem Standpunkt stehen, man wisse nicht, ob es ihn gibt oder nicht.

      Ich fürchte, deine Haltungslos ist eindeutig: Du bist ein ungenügend gebildeter Christ, der Angst hat vor der Evolutionslehre. Es könnte das seit seiner Kindheit ihm regelrecht eingebläut Weltbild tief erschüttern und in eine Identitätskrise stürzen.

      Es hat keinen Zweck auf dieses Basis zu diskutieren, da alle Argumente an anderer Stelle erschöpfend behandelt wurden. Ergbnis: Die Evolution ist wunderbar, faszinierend und Ehrfurcht gebietend. Alles andere Humbug.

  10. Hallo,
    ich habe da mal eine ganz andere Frage. Ich welcher Klassen-Stufe wird denn überhaupt Evolution gelehrt? Es geht hier ja um eine Grundschule. Ich denke auch drüber nach mein Kind auf dieser Schule anzumelden, aber halt nur für die Grundschule. Die sek. II ist ja eh am anderen Ende von HH und mit der MBS haben sie doch eine tolle alternative für die Sek. II im Viertel. Mein jüngerer Bruder war auf der August-Hermann-Francke in Bahrenfeld und in der sek. II und ist total naturwissenschaftlich begeistert und macht nun eine chemische Ausbildung. Er ist jetzt auch nicht totaler kreationist geworden oder so. Was mich allerdings für diese Schule begeistert ist, dass ich von meinen Bruder nichts über Mobbing gehört habe. Womit man an Regelschulen immer was zu tun hat. Egal auf welcher Seite. Nur so als Gedanke! Ansonsten wie wäre es ansonsten mit der Schülerschule in Pinneberg-Waldenau, dort lehren sie nichts christliches und Evolution. Das weiß ich aus persönlicher Erfahrung! 🙂

    1. Ich fürchte, in diesen freien christlichen Kindergärten wird die Erschaffung der Welt durch einen weißbärtigen alten Mann – der uralten Berg-Gottheit der Ziegenhirten „Jehova“ – schon sehr früh den Kindern eingeimpft. Biologie vermutlich in der 4. Klasse. Dass Genetik mit einer Welterschaffung nicht zu vereinbaren ist, kann frühestens auf dem Gymnasium klar werden.

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